Biodiversität – Wie geht das?

Biodiversität – Wie geht das?

Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens in all seinen Formen. Sie umfasst die verschiedenen Arten von Lebewesen und ihr genetisches Erbe sowie die verschiedenen Lebensräume.

Ökolandwirtschaft ist aktiver Naturschutz

Wusstet ihr, dass ökologische Anbaumethoden zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen? Verschiedenen Studien zufolge beherbergen Biobetriebe 30 % mehr Arten und 50 % mehr Individuen als Nicht-Biobetriebe. Bspw. leben in einem Bio-Boden 80 Prozent mehr Regenwürmer. Sie sind ein Hotspot für Regenwürmer und Mikroorganismen  – bis zu 10 Tonnen von ihnen leben auf einem Hektar. Unterm Strich bedeutet das, das auf einem Bio-Acker die Ackerflora um 95 Prozent größer ist als auf nicht biologisch bewirtschafteten Flächen.

Insbesondere die geringere landwirtschaftliche Intensität und der höhere Anteil an naturnahen Lebensräumen (zwischen 46 und 72 % mehr) in Biobetrieben sind für die Existenz vieler Pflanzen- und Tierarten von grundlegender Bedeutung. Aber auch das Verbot von Herbiziden sowie von chemisch-synthetischen Pestiziden und Düngemitteln und der Fruchtwechsel (zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit) lösen Kettenreaktionen aus, die auch andere Lebewesen zugutekommen.

Hier ein Beispiel: keine Herbizide > mehr blühende Pflanzen > mehr Insekten > mehr Vögel. Ein intaktes und funktionierendes Ökosystem ist gut für alle!

Wo liegt also das Problem?

Auf der Roten Liste der bedrohten oder gefährdeten Arten heißt es, dass die intensive Landwirtschaft eine der Hauptursachen für den Artenrückgang in Agrarlandschaften ist. Die jahrzehntelange kontinuierliche Intensivierung der Landnutzung, einschließlich des Einsatzes von Pestiziden, synthetischen Stickstoffdüngern, schweren Maschinen, Bodenbefestigung und Entwässerung, hat maßgeblich zu einer erhöhten Veränderung der Artenvielfalt beigetragen.

Ein enormer Rückgang der biologischen Vielfalt ist das Ergebnis von:

  • Intensiver, chemischer Landwirtschaft,
  • die Einführung gebietsfremder Arten,
  • die Fragmentierung von Lebensräumen
  • die Aufgabe von Waldflächen in Bergregionen.
  • Klimawandel

Aus diesem Grund hat der ökologische Landbau weniger negative Auswirkungen: Obwohl dieser im Durchschnitt mehr Land benötigt, um die gleichen Mengen zu produzieren, werden keine umweltschädlichen Produkte wie synthetische Stickstoffdünger verwendet. Mehr über stickstoffhaltige Düngemittel gibt es auf unserem Bio-Blog.

Neben der Erhaltung der Artenvielfalt kann man noch mehr tun, indem man sie fördert und bereichert. Wir sprechen hier von agrarökologischen Praktiken, die über die Grundlagen des ökologischen Landbaus hinausgehen, wie z. B. das Anlegen von Hecken, Gründüngung, Agroforstwirtschaft, Teilnahme an Projekten zur Erhaltung alter landwirtschaftlicher Arten usw.

In Deutschland gibt es einige (Bio-)Verbände, die sich für die Artenvielfalt einsetzen. Bspw. hat die Bioland-Stiftung den Kurs „Bodenpraktiker“ entwickelt. Diese Weiterbildung richtet sich an Landwirt*innen, die die Fruchtbarkeit ihrer Böden verbessern wollen. Zu den Lerninhalten gehören alle wesentlichen Facetten, die den Boden beeinflussen und ausmachen. Dazu gehören die Bereiche Struktur, Bildungsfaktoren, Chemie, Dynamik, Dünger und Pflanzen.

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Quellen/zum Weiterlesen:

BMLE (2023): Studie auf Pilotbetrieben: Ökolandbau leistet Beitrag zu Klimaschutz, URL: www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2023/012-studie-oekolandbau-klimaschutz.html

Sanders, J. Heß, J. (2019 ): Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft , S. 69, URL: www.thuenen.de/media/publikationen/thuenen-report/Thuenen_Report_65.pdf

Settele, J. (2019): Insektensterben – beunruhigender Sinkflug Spektrum der Wissenschaft (5), 12 – 21, URL: www.ufz.de/index.php?de=20939&pub_id=21788